Kürbis

 


[seminar]

Sommersemester 2010 – Peter Waterhouse: Paul Celan – das übersetzerische Werk (Seminar im Rahmen von ‚Metamorphosis’

Mittwochs, 12.00 Uhr bis 13.30 Uhr, Institut für Germanistik, Übungsraum 3

Wie Walter Benjamin ausgeführt hat, stellt die Übersetzung vielleicht die einzige Annnäherung an die mitteilungslose Sprache des Kunstwerks dar. Läßt sich diese Begegnung, läßt sich dieses Gedenken des Kunstwerks auch im übersetzerischen Werk Paul Celans finden?

Das Seminar bietet die Möglichkeit an, Celans Übersetzungen aus dem Französischen, Russischen, Englischen, Italienischen und Portugiesischen zu lesen und diskutieren (gegebenenfalls auch die Übersetzungen aus dem Hebräischen), vgl. die Bände vier und fünf der fünfbändigen Ausgabe 'Gesammelte Werke'.

Von Henri Michaux hat Paul Celan unter anderem Gedichte aus 'Mes Propriétés'/'Meine Besitzungen' übersetzt:

KLEIN

Wenn ihr mich zu Gesicht bekommt,
dann laßt gut sein,
das bin nicht ich.

In den Sandkörnern,
in den Körnern von Körnern,
im unsichtbaren Mehl der Luft,
in einer großen Leere, die sich nährt wie Blut:
da leb ich, da.

Oh, kein Grund für mich großzutun: Klein, ja klein!
Und wenn einer mich zu fassen bekäme,
er könnte mit mir machen, was ihm beliebt.